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Uwe-Johnson-Preis

Beitragvon compuexe » So 21. Feb 2010, 19:39

Gemeinsam mit der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft e. V. vergibt der Nordkurier zum neunten Mal den mit 12.500 Euro dotierten Uwe-Johnson-Preis. Mit dem Preis sollen deutschsprachige Autorinnen und Autoren gefördert werden, in deren Schaffen sich Bezugspunkte zu Uwe Johnsons Poetik finden und die heute mit ihrem Text ebenso unbestechlich und jenseits der "einfachen Wahrheiten" deutsche Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft reflektieren.

Einreichen können Autorinnen und Autoren oder deren Verlage veröffentlichte und unveröffentlichte Arbeiten (Prosa/Essayistik). Veröffentlichte Arbeiten müssen nach dem 31. März 2008 erschienen sein. Die Preisstifter streben durch die Preisverleihung an, das literarische Leben in Mecklenburg-Vorpommern – der Region, zu der Johnson enge Beziehungen hatte –, zu bereichern. Mit der Preisträgerin oder dem Preisträger soll deshalb über den Zeitraum eines Jahres eine Zusammenarbeit vereinbart werden.

Bisherige Preisträger sind Kurt Drawert, Walter Kempowski, Marcel Beyer, Gert Neumann, Jürgen Becker, Norbert Gstrein, Joochen Laabs und Uwe Tellkamp.

Einsendeschluss ist der 31. März 2010.

Eingereichte Arbeiten sind an folgende Adresse zu richten:

Nordkurier
Uwe-Johnson-Preis 2010
Flurstraße 2
17034 Neubrandenburg.

Weitere Informationen unter: http://www.nordkurier.de/uwe-johnson-preis/

Uwe Johnson
Mit der Aufhebung der deutschen Teilung erfährt ein Schriftsteller besondere Aufmerksamkeit, der über Jahrzehnte als ein "Dichter der beiden Deutschland" oder als "Autor der deutschen Teilung" etikettiert worden war: Uwe Johnson. Ein Grund ist darin zu suchen, daß es ihm in seinen Werken immer um "die Grenze: den Unterschied: die Entfernung" ging. Die Grenzerfahrung bedeutete für Uwe Johnson auch den Versuch, das Auseinanderleben und das Fremdwerden der Deutschen zu erfassen und jeweils "die andere Seite mit ihren eigenen Augen" zu sehen. Dabei ist Uwe Johnson mit Vergangenheit in einer Weise erzählerisch umgegangen, die ein Wiedererkennen ermöglicht, auch und gerade obwohl er keine "Wirklichkeitsschaufelei" betreibt. Wahrheitsfindung, Erinnerungssuche, Gedächtnis, Trauerarbeit, Zeugenschaft, Dokumentation, Spurensuche, Grenz-Erfahrung - das sind nur einige Stichworte, mit denen Aspekte des Johnsonschen Werkes vereinfachend umschrieben werden können. Die Spezifik von Johnsons Erzählkonzept hat eine Ursache in seinem Wissen, daß es eine - wie auch immer geartete - einfache Wahrheit nicht gibt. Aus eben diesem Wissen erklärt sich seine zurückhaltende Einladung, die im Roman angebotene "Version der Wirklichkeit zu vergleichen mit jener, die Sie unterhalten und pflegen". Es geht also nicht nur um das Tolerieren des "unterschiedlichen Blicks", sondern jener ist Grundlage moralischer und ästhetischer Existenz.

Preis
Mit dem Preis sollen deutschsprachige Autorinnen und Autoren gefördert werden, in deren Schaffen sich Bezugspunkte zu Johnsons Poetik finden und die in ihren literarischen oder essayistischen Texten ebenso unbestechlich und jenseits der "einfachen Wahrheiten" heute deutsche Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in den Blick bekommen.

Bedingungen
Für den Preis können Autoren oder deren Verlage in Abstimmung mit den betreffenden Autoren veröffentlichte und unveröffentlichte Arbeiten (Prosa/Essayistik) einreichen. Veröffentlichte Arbeiten müssen in den vergangenen drei Jahren (nach dem 31. März 2004) erschienen sein.
Um ein möglichst breites Spektrum literarischer Leistungen im Sinne dieser Satzung in die Auswahl preiswürdiger Texte einzubeziehen, kann das Kuratorium Arbeiten aus aktuellen Verlagsproduktionen vorschlagen.

Dotierung
Der Preis ist mit EURO 12.500,00 dotiert.
Der Betrag wird in einer einmaligen Zuwendung geleistet.

Verpflichtung des Autors
Der Autor erklärt sich über den Zeitraum von einem Jahr zu folgenden Leistungen bereit:
- Publizistische Auswertung des Preises im Feuilletonteil des Nordkurier
(Autorenporträt, Interview, Besprechung).
- Mindestens drei unentgeltliche Lese-Tage im Verbreitungsgebiet des Nordkurier.
- Herausgabe des eingereichten Textes im Gesamtumfang und Veröffentlichung in der Auswahl eingereichter Arbeiten nach zu vereinbarenden Konditionen.

Ort und Zeitpunkt der Preisvergabe
Ort der Preisverleihung ist Neubrandenburg. Damit wird ein Bezug hergestellt zum realgeschichtlichen Hintergrund eines Kapitels aus Johnsons Hauptwerk "Jahrestage", in dem das Lager "Fünfeichen" bei Neubrandenburg Gegenstand der literarischen Darstellung ist.
Der Termin der Preisverleihung wird durch das Kuratorium auf den 30. September 2006 festgelegt.

Kuratorium
Die Preisvergabe erfolgt durch ein aus sieben Personen bestehendes Kuratorium. Dieses ist zu besetzen durch zwei Mitglieder des Nordkurier, zwei Mitglieder der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft e.V., des Literaturzentrums Neubrandenburg e.V. und eine neutrale Person.

Jury
Der Laureat wird dem Kuratorium durch eine fünfköpfige Jury aus Autoren und Literaturwissenschaftlern/Publizisten vorgeschlagen.
Die abschließende Entscheidung trifft das Kuratorium.

Ausrichtung der Preisverleihung
Die Verleihung des Preises findet in Neubrandenburg statt und wird vom Nordkurier ausgerichtet.
Die Laudatio hält ein dem Preisträger nahestehender Autor oder Literaturwissenschaftler. Das Kuratorium benennt den Festredner.
Das Böse triumphiert allein dadurch, dass gute Menschen nichts unternehmen.
Edmund Burke
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